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Opening Speech by Niklas von Bartha (German)
Douglas Allsop View
Kunstverein Eislingen 2007
Vor 2 ½ Jahren kamen Douglas Allsop und ich das erste mal nach Eislingen, die hier seitdem entstanden Freundschaften bedeuten Douglas und mir sehr viel und um so mehr freut es mich das, wie Sie vielleicht schon im letzten Kabinett gesehen haben die Eislinger Region zu einem wichtigen Bestandteil Allsops neuer Arbeiten geworden ist.
Auf den ersten Blick mögen die hier Ausgestellten Werke kühl, mechanisch ja in Ihrer unerbittlichen Perfektion unmenschlich wirken. Es handelt sich ja um Objekte die von maschinen hergestellt wurden, vielleicht entsteht sogar der Eindruck als wäre der Künstler nur zufällig am entstehen dieser Arbeiten beteiligt. Ein Eindruck der Gott sei dank täuscht.
Die hier im Hauptraum und den ersten drei Kabinetten gezeigten Arbeiten, sind Teil einer Serie, welche der Künstler unter dem Titel „Reflective Editors“ seit einigen Jahren erforscht. Wie der Titel dieser Serie schon andeutet ist die Reflektion jeder Arbeit auch zentraler Inhalt. Ein Inhalt den jeder Betrachter für sich entdeckt oder erfährt. Erlauben Sie mir nur zu sagen, das diese Reflektion immer durch ein geometrisches Muster oder Raster durchbrochen oder wie gesagt ‚Editiert’ wird.
Die Reflektion wird also verfremdet, das Narzisstische Moment unterbrochen - der Betrachter sieht simultan sich, durch und in die Arbeit. Jede Arbeit ist nur ein Teil Ihrer unmittelbaren Umgebung, welche sie wieder spiegelt. Der Mensch steht im Mittelpunkt dieser Arbeiten, das Objekt an der Wand ist in erster Linie „Mittel zum Zweck“ ein Werkzeug zur Wahrnehmung.
Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, es handelt sich hier nicht um Produktdesign sonder um eigenständige Kunstwerke, die als solche entworfen wurden. Jede Arbeit entsteht aus einem klassischen Entwicklungsprozess, in dem Entwürfe und Zeichnungen jedem Werk voraus gehen. Die Komposition spielt natürlich auch hier wie bei jedem, aber vor allem bei abstrakten Kunstwerken eine zentrale Rolle.
Ursprung vieler Arbeiten Allsops können auch räumliche Gegebenheiten sein, diese Werkgruppe Schwarzer, Glassfarbener und Durchsichtiger Diptychen wurden für diesen Raum entworfen, die Größe der Arbeiten nimmt Rücksicht auf die Größe des Raums und der Wand, das Raster wurde den Proportionen entsprechend angepasst. Ähnlich auch bei der großen Einzellarbeit an der Rückwand, in der sich die Öffnungen auf die drei Fenster hier vorne beziehen. Auf solche Gegebenheiten einzugehen ist natürlich gefährlich, da das Werk vielleicht nur in diesen Räumen funktioniert, die Qualität Allsops Arbeiten liegt jedoch auch darin das diese Werke genau so gut in einem anderen Raum funktionieren werden.
Im letzten Kabinett zeigt Douglas eine Videoarbeit mit dem Titel Two Views. Die Idee für diese Arbeit beschäftigt Douglas seit einigen Jahren ist jedoch erst jetzt als Video in der für den Künstler richtigen Form entstanden.
Die fünf in Sequenz gezeigten Videos basieren jeweils auf zwei Aufnahmen, welche Paul Kottmann dieses Frühjahr für Douglas in der Landschaft um Eislingen aufgenommen hat. Als Douglas vor zwei Jahren zur Eröffnung der Gruppenausstellung Minimal Means nach Eisligen kam, hatten Paul und Roxanna ihm und einigen anderen Künstlern die Gegend während einer Nachmittagstour von Landgasthof zu Landgasthof gezeigt. Im Bann dieser wunderbaren Landschaft wurde Ihm schon damals klar, das er hier das geeignete Thema für seine Two Views Idee gefunden hat. Two Views war ursprünglich eine Photographisches Werk, bei der ein ähnliches Raster mit zwei Öffnungen über Aufnahmen aus der Gegend um Allsops zweiten Heimat seinem Ferienhaus in Wales gelegt wurden, diese Arbeiten zeigte er auch vor einigen Jahren in unserer Galerie, war jedoch nie mit Ihrer Ausführung zufrieden. Eislingen, mittlerweile so was wie eine dritte Heimat für Douglas bietet nun den Idealen Ausgangspunkt für eine neue Version dieser Idee.
Wie bei den Reflektive Editor Arbeiten ist auch Two Views eine Auseinandersetzung mit der Reflektion, anstatt der direkten Umgebung, ist die Reflektion eine sofort identifizierbare Aufnahme, die in diesem Fall Ihre umliegende Region im wahrsten Sinne projeziert.
Ich möchte Sie jetzt nicht länger langweilen, sollten Sie Fragen zu den Arbeiten haben stehen Ihnen der Künstler und ich selbstverständlich zur Verfügung, nur zur Information obwohl er ein Engländer ist spricht Douglas ganz gut deutsch. Ich möchte mich bei dieser Gelegenheit auch im Namen meiner Frau in erster Linie beim Kunstverein Eislingen dafür bedanken das Sie Douglas diese tolle Möglichkeit geben haben seine neuen Arbeiten zu zeigen. Ein ganz besonderer Dank geht natürlich an das Kommitte des Kunstvereins, ohne dem dieser einmalige Raum für Zeitgenössische Kunst nicht existieren würde.
Herzlichen Dank.
COPYRIGHT BARTHA CONTEMPORARY